Das Foto zeigt die Zeche Carl Funke am Baldeneysee in Essen im Herbst

Fototipps von Noah

Noah stellt dir hier seine persönlichen Fototipps und liebsten Fotospots vor! Auf Instagram ist er als @visualsofnoah unterwegs und zeigt dir dort die schönsten Ecken des Ruhrgebiets, also schau mal vorbei!

NOAH STELLT SICH VOR!

Ich bin Noah Hölscher, 17 Jahre alt und komme aus Oberhausen. Ich fotografiere seit dem ich knapp 6 Jahre alt bin und versuche mit meinen Bildern zu zeigen, wie schön das Ruhrgebiet und allgemein Nordrhein-Westfalen ist. Seit jetzt knapp 1 ½ Jahren öffne ich mich nun aber weiter für andere Sachen in der Fotografie. Meine Heimatstadt kennen viele wahrscheinlich nur durch das Centro oder durch das große Autobahnkreuz, aber gerade wenn man sich mit der Geschichte des Ruhrgebiets auseinandersetzt, wird der Name öfters fallen, denn nicht ohne Grund nennt man Oberhausen „die Wiege der Ruhrindustrie“. Ich verbinde mit dem Ruhrgebiet, besonders die Mentalität und auch den Dialekt. Und gerade wie viele Ruhri zusagen pflegen: „Haben nur wir die Fähigkeit, Schönheit zu finden, wo andere nicht einmal suchen würden.“ Dieser Spruch gilt eigentlich für meine gesamte Zeit als Hobbyfotograf im Ruhrgebiet, da es hier vieles gibt, was viele nicht schön finden. Das ist mit eine Besonderheit, aber auch eine Herausforderung zu gleich, hier im Ruhrgebiet Fotograf zu sein und zu fotografieren.  Bei sogenannten InstaWalks lernt man sich kennen und zieht gemeinsam durch die Stadt oder trifft sich an Orten, z.B. an Orten der Route der Industriekultur und versucht gemeinsam der alten Industriekultur und den Gebäuden neues Leben für die Bilder einzuhauchen. Gelegentlich beleuchtet man dafür ein paar Gebäude oder Fördertürme, zündet Stahlwolle an und lässt sie kreisen oder kommt zu einer bestimmten Tages- oder Nachtzeit an den Ort, um diesen besser in Szene setzen zu können.

Das Foto zeigt den Fotografen Noah Hölscher
Noah Hölscher

WELCHE KAMERA BENUTZT DU?

Ich fotografiere aktuell mit einer Canon EOS 90D und mit zahlreichen Objektiven, die insgesamt die Brennweiten von 10mm – 400mm abdecken. Dabei sind mir die Festbrennweiten seit einiger Zeit besonders ans Herz gewachsen, da man mit ihnen noch gezielter nach einer coolen Perspektive suchen muss und sich dabei an den Orten mehr bewegen muss, als mit einem Zoom-Objektiv. Dabei entdeckt man häufig coolere Blickwinkel und lernt den Ort besser kennen.

WAS SIND DEINE 5 LIEBLINGSFOTOSPOTS?

UNESCO-WELTERBE ZOLLVEREIN

Der erste Lieblingsspot, den ich dir vorstellen möchte, ist die Zeche Zollverein in Essen. Das wird vermutlich jetzt nicht so wirklich einen überraschen, der sich etwas mit dem Ruhrgebiet auskennt oder hier lebt, da die Zeche so etwas wie die Vorzeigezeche ist und fast überall stellvertretend für alle Zechen und die Kohlegewinnung im Ruhrgebiet steht. Das Areal ist riesig und bietet somit jedem Fotografen und jeder Fotografin auch viele Orte, Blickwinkel und Positionen. Fast das ganze Areal ist architektonisch geplant und somit ist auch sehr wenig bis fast gar nichts dem Zufall überlassen. Diese Stimmung und diese Einheit kann man sehr gut bildlich aufnehmen. Die Zeche Zollverein fotografiere ich gerne direkt vom Vorplatz aus, der sich vor dem Schacht 12 befindet. Bei schlechtem Wetter kann man sich dort Pfützen suchen, in denen man den Förderturm dann spiegeln kann. Oft stelle ich mich auch mit meinem Teleobjektiv auf erhöhte Flächen, zum Beispiel an den Schächten 1/2/8 und mache von dort aus Aufnahmen vom Schacht 12 oder von der nahegelegenen Kokerei Zollverein.

Das Foto zeigt die Zeche Zollverein in Essen
Zeche Zollverein, Essen

HALDE RHEINPREUßEN

Ein anderer Lieblingsspot, den ich dir vorstellen möchte, ist die Halde Rheinpreußen in Moers mit dem Geleucht. Besonders gefällt mir der coole Panoramablick von der Halde aus auf Duisburg, die A42 und Moers, die man bei jeder Tages- oder Nachtzeit geboten bekommt. Außerdem ist das Geleucht mit seiner Größe und Form als überdimensionale Grubenlampe sehr eindrucksvoll und erinnert uns an unsere Heimatgeschichte und Traditionen. Abends wird zudem das Geleucht beleuchtet und auch der Hügel, der Halde vor dem Geleucht wird rot angeleuchtet, was sehr schön aussieht und gut einzufangen ist. Beim Geleucht fotografiere ich schon auf dem Weg dahin und gehe gelegentlich auf die Autobahnbrücke der A42 in Richtung Moers um dann die gesamte Halde mit dem Geleucht aufnehmen zu können.

Das Foto zeigt das Geleucht auf der Halde Rheinpreußen in Moers in der Dämmerung
Halde Rheinpreußen, Moers

TIGER & TURTLE

Auch ein bekannter Spot im Ruhrgebiet und ein Lieblingsspot von mir ist die Landmarke „Tiger & Turtle“ in Duisburg, die man auf jeden Fall mal gesehen und entlang gelaufen sein muss. Besonders beim Sonnenuntergang, aber auch in der Nacht kann man die Architektur sehr gut in Szene setzen und man kann eine besondere Stimmung aufnehmen, wenn die Menschen und die Landmarke in Form von Silhouetten dargestellt werden und im Hintergrund ein schöner Sonnenuntergang ist. Bei der Landmarke „Tiger & Turtle“ fotografiere ich meistens auch schon auf dem Weg dahin, da man die Achterbahn sehr gut vom Weg aus sehen und aufnehmen kann. Später teile ich, wenn ich direkt vor der Achterbahn stehe, diese in Abschnitte, die ich dann ganz unterschiedlich aufnehme. Natürlich kann man auch ein paar coole Perspektiven finden, wenn man die Achterbahn entlang läuft.

Das Foto zeigt die Landmarke Tiger & Turtle in Duisburg
Tiger & Turtle, Duisburg

BALDENEYSEE ESSEN

Ein Ort, der gerade in Zeiten von Social Media ziemlich schnell an Bedeutung und Begeisterung gewonnen hat, ist der Baldeneysee in Essen, den ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Er ist auf jeden Fall besonders, da der See zeigt, dass es eben auch sehr schöne Naturorte im Ruhrgebiet gibt, die man sonst gar nicht so vermuten würde. Aber gerade im Herbst zieht dieser See wegen ganz besonderen Bildern und schönen Routen zum Spazierengehen viel Aufmerksamkeit auf sich, da man am Hardenbergufer eine wunderschöne Baumallee bewundern kann und natürlich auch fotografieren kann. Außerdem kann man vom Hardenbergufer den Förderturm der Zeche Carl Funke auf der gegenüberliegenden Seite betrachten und fotografieren, der im Herbst von zahlreichen Bäumen mit bunten Blättern umrahmt wird.  Am Baldeneysee fotografiere ich meistens den Förderturm der Zeche Carl Funke vom Hardenbergufer aus und stelle mich für eine perfekte Ausrichtung bei der Baumallee auf die Anlegestelle des dortigen Kanuvereins, um die Bäume in all ihrer Pracht aufnehmen zu können. Ansonsten kann man auch gute Naturaufnahmen und Aufnahmen, die den See im Ganzen zeigen, von der ehemaligen Eisenbahnbrücke Kupferdreh-Heisingen aus machen.

Das Foto zeigt die Zeche Carl Funke am Baldeneysee in Essen im Herbst
Zeche Carl Funke, Baldeneysee Essen

ZECHE EWALD HERTEN

Ein weiterer Lieblingsspot von mir, den ich dir vorstellen möchte, ist die Zeche Ewald in Herten. Man hat von der Halde Hoheward aus einen wunderschönen Ausblick auf die drei Fördertürme von den Schächten 7, 1 und 2 der Zeche Ewald und man kann, wenn beim Sonnenuntergang genau hinter den Fördertürmen die Sonne untergeht, sehen, wie das Sonnenlicht die Fördertürme in ein ganz besonderes Licht hüllt. Außerdem sind die Fördertürme der Zeche Ewald, wie auch die Kauen, andere Verwaltungsgebäude und die Direktorenvilla sehr gut erhalten und man kann diese sowohl von Nahem als auch aus der Ferne aus zahlreichen Perspektiven sehr gut aufnehmen. Außerdem bietet die Halde Hoheward einen sehr schönen Ort um sich zu bewegen, so wie joggen und spazieren zu gehen.

Das Foto zeigt die Zeche Ewald in Herten
Zeche Ewald, Herten

WELCHE EINSTELLUNGEN WÄHLST DU?

Ich fotografiere meistens tagsüber bei ISO100 und mit einer Blende von f:4.5, dabei eine beliebige Belichtungszeit. Bei Nacht oder Dunkelheit nutze ich entweder ein Stativ, wo ich dann meistens die Einstellung ISO100 einstelle und eine Blende zwischen f:8 – 10 wähle. Wenn ich kein Stativ dabei habe, stelle ich den ISO höher und stelle eine sehr offene Blende ein, damit viel Licht auf den Sensor trifft und ich nicht so eine lange Belichtungszeit benötige. Außerdem gebe ich allen Anfängern den Tipp bei Aufnahmen aus der Hand eine Belichtungszeit < 1/50 Sekunde zu wählen, da man ansonsten durch Zittern oder andere Bewegungen das Bild verwackelt.

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