Das Bild zeigt Swenja von Fabulose in Dortmund

Swenja von Fabulose

Du fragst dich, was man aus geretteten Lebensmittel alles machen kann? Dann lies den Artikel, lerne Swenja kennen und besuche Fabulose in Dortmund!

Swenja stellt sich vor!

Hi, ich bin Swenja. Wir sind hier bei Fabulose in der Dortmunder Nordstadt.

Was genau ist Fabulose?

Fabulose ist ein Retter-Restaurant, sag ich immer. Auch wenn man es manchmal eher als Café beschreiben könnte. Das heißt wir retten Lebensmittel, die weggeschmissen werden würden und kochen daraus Gerichte. Das kann zum Beispiel ein Kuchen oder ein einfaches Mittagessen sein, aber auch ein Catering für 30 Personen oder ein Fünf-Gänge-Menü.

Wie ist es zu der Idee gekommen, das Restaurant zu eröffnen?

Ich habe mit meinem vorherigen Laden schon Lebensmittel-Rettungen betrieben. Da kamen ziemlich viele Höfe und Märkte auf uns zu und haben gefragt, ob wir nicht auch dort retten wollen. Dann habe ich einen Koch kennengelernt, der das Thema ebenfalls spannend fand, der auch nochmal betont hat, wie viele Lebensmittel in der Gastronomie verschwendet werden. Da uns das also beide sehr gestört hat, haben wir beides kombiniert und was draus gemacht. Angefangen haben wir mit kleinen Fünf-Gang-Menüs, einmal die Woche, aufgebaut als Aufklärungs-Event. Das kann man sich so vorstellen: Man verbringt einen schönen und genussvollen Abend von 18 Uhr bis Ende offen, genießt gutes Essen und zwischen den Gängen servieren wir dann Info-Häppchen. Zum Beispiel komme ich nach vorne und erzähle etwas über das Gericht, warum dort welches gerettete Lebensmittel drin verarbeitet ist und warum es überhaupt gerettet werden musste.

Welche Lebensmittel rettet Ihr, aus welchen Gründen und wo?

Also wir retten alles, was noch verzehrfähig ist. Wir haben da verschiedene Kooperationspartner:innen. Wir kooperieren mit zwei Bio Höfen hier in Dortmund. Da ist es dann vor allem sehr saisonal bedingt und wir bekommen zum Beispiel einen Anruf, dass dort gerade Gurkenschwemme ist. D.h. dass die Gurke nicht unbedingt gerade gewachsen ist, sondern auch mal ganz krumm und dass sie deshalb nicht in den regulären Handel aufgenommen werden kann. Das Problem liegt dann also an der Basis. Es hat logistische Gründe, warum die Gurken gerade sein müssen. Dann dürfen wir die vielen Gurken abholen und uns überlegen was wir leckeres daraus kochen.

Wir kooperieren aber auch mit Supermärkten oder Großmärkten, die abends fragen, ob wir das abholen, was sie sonst wegschmeißen müssten. Supermärkte müssen leider sehr viel wegen des Mindesthaltbarkeitsdatum wegschmeißen, weil sie es nicht mehr verkaufen dürfen. Wir in der Küche können das aber schon, weil wir „nur“ gewährleisten müssen, dass es noch genießbar ist. Das können wir beim Kochen durch Probieren und Riechen sehr gut leisten und die Produkte dann noch weiterverarbeiten.

Was gibt es bei Euch für Gerichte?

Es gibt ganz oft vegane Spaghetti. Heute haben wir Champignon-Creme-Suppe, weil wir ganz viele Pilze retten konnten. Wenn ein Catering angefragt wird, machen wir ganz gerne die Retter-Wraps, wo viel frisches Gemüse drin ist. Für die Fünf-Gang-Menüs gibt es dann schon mal fancy Sachen, wie zum Beispiel Basilikumrisotto. Einen Grundstock an Lebensmitteln kaufen wir ein, z.B. Nudeln, Couscous, Linsen, Gewürze und Öle. Dabei achten wir darauf, dass es ohne Plastik verpackt, in größeren Mengen und Bioqualität gekauft wird.

Was findet bei Euch neben den Fünf-Gang-Menüs noch statt?

Man kann einfach von donnerstags bis sonntags vorbeikommen, zwischen 12 und 19 Uhr und etwas essen, Kuchen, einfache Gerichte, Mittagessen. Ansonsten sind in unseren Innenräumen auch immer Ausstellungen wechselnder Art, jetzt gerade ist es eine Fotografie Ausstellungen. Wir hatten aber auch schon mal Abstraktere Kunst. Dann finden abends auch regelmäßig Konzerte oder Lesungen statt.

Warum hast du dich für Dortmund und die Dortmunder Nordstadt entschieden?

Für Dortmund entschieden habe ich mich, weil ich ursprünglich aus Dortmund komm und hierhin wieder zurückgekommen bin. Ich denke einfach, dass Dortmund noch viel Potenzial hat. Gerade im Vergleich zu anderen Städten hinkt Dortmund noch etwas hinterher, gerade was auch die vegane Szene angeht. Da habe ich einfach ein Interesse dran, hier alternative Handlungsmöglichkeiten zu schaffen.

Die Dortmunder Nordstadt ist ja etwas verrufen, aber eigentlich tut sich hier ganz viel. Es ist ein schönes alternatives Viertel und auch der Hafen gehört dazu. Es ziehen immer mehr Studenten und junge Familien her und ich finde sie hat Flair.

Das Geschäft würde vielleicht besser laufen, wenn man es im Kreuzviertel eröffnet hätte, dort wo die etwas betuchtere Bio-Szene ist. Aber ich habe auch ein großes Interesse daran, die Vielfalt der Stadt zu fördern. Ein wichtiger Punkt war auch unser Vermieter, das ist nämlich der Lange August e.V. Das ist ein Jahrzehnte Alter Kunst- und Kulturverein, wir sind hier in dem Gebäude also mit anderen Vereinen und Initiativen, das heißt es ist es auch ein bekannter Veranstaltungsort hier in der Nordstadt.

Wie würdest du dich in vier Adjektiven beschreiben?

Willensstark, sehr strukturiert, kreativ und engagiert.

Alle Fotos © Per Appelgren

Fabulose

Braunschweiger Str. 22
44145 Dortmund
www.fabulose.de
www.instagram.com/fabu_lose_dortmund