Wie heiß wird ein Hochofen? Wofür braucht man ein Schiffshebewerk? Und wieso wird aus einer Zeche ein Elefant

Während Schulen und Kitas eine Zwangspause einlegen und auch die spannenden Ausflugsziele der Industriekultur ihre Türen geschlossen bleiben, bitten wir hier ab Montag (23.3) zur bunten Bilderreise durchs Ruhrgebiet. Täglich an allen Schultagen bekommt Ihr hier jeweils einen Ankerpunkt der Route Industriekultur - als Ausmalbild. Spielerisch lassen sich dabei die bekanntesten Ausflugsziele der Region kennen lernen: die Zechen, Hüttenwerke, Gasometer, Unternehmervillen, Hebewerke und mehr. Dabei erfährt man außerdem in kleinen Wissens-Snacks, warum es all diese Orte einer vergangenen Epoche auch heute noch gibt und was sie Spannendes zu erzählen haben.

Erstellt werden die Malvorlagen von bekannten Zeichnern und Karikaturisten wie Jörg Hilbert (Ritter Rost), Thomas Plaßmann (u.a. NRZ, Spiegel Online), Jacques Tilly (Zeichner und Wagenbauer) sowie Ranja Ristea-Makdisi (Agentur Raum-X, KultRuhr-Illustratorin).

Und zu gewinnen gibt es auch noch etwas: Sendet die ausgemalten Bilder an industriekultur@ruhr-tourismus.de oder postet ein Foto Eurer Kunstwerke auf Instagram und verlinkt @ruhrtourismus und nutzt den Hashtag #KULTRUHR und nehmt damit automatisch an einer Verlosung teil und gewinnt kleine Andenken der Route Industriekultur und das derzeit dringend notwendige Bastelmaterial für die schulfreie Zeit. Einsendeschluss ist immer Freitags um 10 Uhr. Viel Glück!

Malt mit!

Im Reich der Röhren - Chemiepark Marl

Eure Großeltern können sich vielleicht noch daran erinnern: An vielen Ecken sah das Ruhrgebiet einmal wild wie ein Dschungel aus. Wer zwischen den großen Städten hin und her fuhr, musste durch Tunnel fahren, unter Leitungen und Röhren hindurch, und nie wusste man so richtig, was davon wo hin führte. Alles schien irgendwie mit allem verbunden zu sein. Ein großes Netz verband die Zechen und Stahlwerke, die Kokereien und Gasometer und all die anderen Firmen, die es hier gab. Sie alle tauschten Dinge aus, die sie für ihre Arbeit brauchten. Viele dieser Leitungen endeten in Chemiefabriken. Diese können nämlich vieles von dem verwenden, was in den anderen Fabriken nicht gebraucht wird. Chemiefabriken machen daraus zum Beispiel Kunststoffe. Große Teile deiner Spielsachen bestehen aus Kunststoff. Wenn ihr heute noch sehen wollt, wie viele Röhren, Leitungen, Tanks und Türmchen so ein Chemiewerk hat, dann besucht einmal den Chemiepark Marl. Allein 1200 Kilometer Rohrleitungen gibt es dort. Das reicht zweimal vom Ruhrgebiet bis zur Nordsee und zurück.  Das riesige Werk ist übrigens der einzige der „Ankerpunkte“ der Industriekultur im Ruhrgebiet, an dem auch heute noch gearbeitet wird. Im Rahmen von Führungen darf aber hinein und sich dieses Reich der Röhren einmal anschauen. 

www.chemiepark-marl.de

 

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Da stehen die Haare zu Berge - Umspannwerk Recklinghausen

Stellt euch einmal vor, es gäbe keine Handys. Keinen Kühlschrank. Keine Toast und heiße Waffeln. Keinen Schalter, an dem ihr das Licht anknipsen könntet. Und Fernseher schon gar nicht.  Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es all diese Dinge, die uns heute so normal erscheinen, tatsächlich nicht. Denn für all das braucht man nämlich vor allem eines: Strom. Elektrische Energie. Vor zweihundert Jahren haben die Zechen mit ihrer vielen Kohle vieles möglich gemacht, was es vorher nicht gab. Eisenbahnen, zum Beispiel, Dampfschiffe und große Maschinen. Etwas später, vor über einhundert Jahren, machte die Elektrizität die nächsten Erfindungen möglich: Telefone. Elektrische Straßenbahnen. Elektrisches Licht. Auch viele  Maschinen in den großen Fabriken des Ruhrgebiets wurden ausgetauscht und arbeiteten danach mit Strom. Was sich alles plötzlich im Leben der Menschen durch Elektrizität veränderte und wie Strom überhaupt funktioniert, das lässt sich sehr gut im Umspannwerk Recklinghausen anschauen.Da fliegen Funken, Haare stehen zu Berge, und in verschiedenen „Werkstätten“ lernt ihr zum Beispiel, was das alles auch mit Magneten zu tun hat.  

www.umspannwerk-recklinghausen.de

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Wo heute noch heißes Eisen fließt – Henrichshütte Hattingen

Aus Eisen lassen sich sehr viele Dinge herstellen. Töpfe und Pfannen,  zum Beispiel. Eisenbahnen und Schiffe natürlich auch. Sogar Brücken und Türme wurden aus Eisen gemacht. Am bekanntesten ist vielleicht der Eiffelturm in Paris. Mit über 300 Metern war er viele Jahre das höchste Gebäude der Welt. Und er besteht hauptsächlich aus Eisen. Um so viel Eisen herstellen zu können, wurden die Öfen immer größer. 55 Meter hoch ist der älteste Hochöfen im Ruhrgebiet, den ihr heute noch sehen könnt. Er steht in Hattingen fast direkt an der Ruhr. 150 Jahre lang wurde hier Eisen geschmolzen.In dieser Zeit wurden diese gigantischen Kessel nicht nur größer. Auch ihre Arbeitsweise wurde immer weiter verbessert. Eisen schmilzt nämlich erst bei unvorstellbaren 1500 Grad. Das ist viel, viel Heißer als kochendes Wasser, denn das hat nur etwa 100 Grad. Um solche enorme Hitze zu schaffen, braucht man – unter anderem – ganz besondere Brennstoffe, viel heiße Luft und auch eine gute Kühlung für die Außenwand. Und wenn so ein Ofen erst einmal Eisen kocht, bleibt er für viele Jahre pausenlos in Betrieb. In der Schaugießerei der Henrichshütte könnt ihr dabei sein und im Kleinen miterleben, wie ein solcher Hochofen arbeitet. 

www.lwl.org/industriemuseum/standorte/henrichshuette-hattingen

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Europas höchste Ausstellungshalle - Gasometer Oberhausen

Am Rhein-Herne-Kanal steht eine Tonne die so groß ist, dass du von ihrem Dach aus fast das ganze Ruhrgebiet überblicken kannst: der Gasometer Oberhausen. Wofür hat man solch einen Riesen gebraucht? Er war ein Behälter für Gas. Auch Luft ist Gas. Das Gas, das im Gasometer gespeichert wurde, kam aber aus den Hochöfen. Es war so etwas wie Abfall, der entsteht, wenn man Stahl herstellt. Und dieses Gas ist brennbar. Das heißt: Man kann damit Maschinen antreiben. Was man nicht sofort brauchte, wurde im Gasometer gespeichert. Heute wird der Gasometer als Ausstellungshalle genutzt. E es ist die höchste nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Schon der leere Raum ist sehr beeindruckend. Er ist so groß, dass hier sogar schon ein nachgebauter Mond und eine Erdkugel drin hingen. Beide waren so groß, dass bestimmt auch euer Wohnhaus mehrfach hinein gepasst hätte. Oben wurden Plattformen gebaut, so dass ihr ohne Gefahr den tollen Blick über das Ruhrgebiet erleben könnt. Im Moment wird der Gasometer Oberhausen allerdings neu gestrichen, der Rost hat ihm im Lauf der Zeit stark geschadet. Ab nächsten Jahr soll er aber wieder für alle geöffnet haben. Und dann gibt es bestimmt auch eine neue Ausstellung. 

www.gasometer.de 

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Mit der Erzbahn zur Stahlstadt - Jahrhunderthalle Bochum

Seltsame Namen gibt es im Ruhrgebiet. Hier gibt es Stadtteile, die zum Beispiel Eisenheim heißen. Oder Stahlhausen. Tatsächlich haben beide viel mit Eisen und Stahl zu tun. Hier lebten Menschen, die ihr Geld in Stahlwerken verdienten oder in den Zechen, die dafür die Kohle förderten. Von ihren Wohnungen aus war es bis zum Fabriktor nicht weit. In Stahlhausen brauchte man eigentlich nur über die Straße zu gehen und war schon umgeben von den Hochöfen und riesigen Fabrikhallen des „Bochumer Vereins“.  So hieß das Stahlwerk, bei dem einmal allein 16 000 Menschen arbeiteten. Das sind so viele, wie eine kleine Stadt Einwohner hat. Heute liegt hier der Westpark, in dem man zahlreiche Reste des ehemaligen Stahlwerks sieht. Am beeindruckendsten ist vielleicht die sogenannte Jahrhunderthalle. Sie ist selbst aus vielen Stahlträgern gebaut und länger als ein Fußballfeld. Drinnen befand sich die Gaszentrale des Stahlwerkes. Das heißt: Hier konnte Gas weiter verwendet werden, das bei der Stahlherstellung entstand. Heute ist die Jahrhunderthalle ein großartiger Orte für Musik, Ausstellungen und Messen. Direkt neben der Halle beginnt außerdem die Erzbahntrasse. Das war einmal eine wichtige Eisenbahnlinie, um das Werk mit den Dingen zu versorgen, die es für seine Arbeit brauchte. Heute ist die Erzbahntrasse eine tolle und leicht zu befahrene Strecke für den Radausflug mit eurer Familie. 

www.jahrhunderthalle-bochum.de/

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Schweineschnäuzchen auf Schienen - Eisenbahnmuseum Bochum

Ein „Schweineschnäuzchen“ auf Rädern? So etwas Verrücktes gibt es in Bochum, fast direkt an der Ruhr. Es gehört zu den Lieblingen bei den kleinen wie bei den großen Besuchern des Eisenbahnmuseums im Ortsteil Dahlhausen. Mit Schweinen hat es zwar nichts zu tun. Aber wer den Schienenbus einmal gesehen hat, versteht, warum man ihn so nennt. Und es ist nur eines von mehr als einhundert Schienenfahrzeugen, die ihr dort angucken könnt - von der großen stattlichen Dampflokomotive bis zur einfachen sogennanten Draisine, die man mit der Hand fortbewegen muss. Das Eisenbahnmuseum steht dort, wo es früher fast pausenlos fauchte und zischte. Denn die Eisenbahn löste vor rund 150 Jahren die Schiffe auf der Ruhr ab. Lange Güterzüge rollten ab dann in großer Zahl durch das Ruhrtal und transportierten den Großteil der Kohle aus den Zechen. Viele Eisenbahnfreunde sorgen heute mit viel Einsatz für die alten Schätzchen im Museum, von denen einige auch immer noch regelmäßig unter Dampf stehen. Nutzt doch einmal die Gelegenheit an einem der „Dampf-“ oder Museumstage und fahrt mit einem der vielen außergewöhnlichen die Ruhr entlang.  

www.eisenbahnmuseum-bochum.de 

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Kunst für eine schönere Welt - Hohenhof

Viele große Fabriken sind im Ruhrgebiet entstanden, um Kohle und Koks, Eisen und Stahl zu erzeugen. Das hat nicht nur die Landschaft in kurzer Zeit verändert. Auch das Leben der Menschen änderte sich vor 150 Jahren unglaublich schnell. Vorher arbeiteten die meisten Menschen auf Feldern. Jetzt aber mussten viele im Dunklen der Erde arbeiten, in großen Hallen und an Maschinen. Die Arbeit war schwer, oft gefährlich und meistens noch nicht einmal gut bezahlt. Karl Ernst Osthaus wollte diese Welt schöner machen. Er war Sohn eines Bankiers und hatte genug Geld zur Verfügung. Seine Idee war es, dass die Welt für alle Menschen besser wird, wenn es viel Kunst und schöne Dinge gibt. Er unterstützte Maler, Bildhauer und Architekten und gründete ein eigenes Museum: das Folkwang Museum. Es befindet sich heute in Essen und ist bei Kunstfreunden sehr bekannt. In Hagen, wo er zuhause war, ließ Karl Ernst Osthaus eine ganze Wohngegend von Künstlern bauen. Viele von ihnen wurden später sehr berühmt und gaben ihre Erfahrung an andere weiter. Als wichtigstes Denkmal dieses sogenannten „Hagener Impulses“ gilt der Hohenhof, Osthaus‘ Wohnhaus. Das Kunstquartier in der Innenstadt bietet auch ein Kinderprogramm, wo man viel über die Kunst und die Ideen dieser Zeit lernen kann. www.osthausmuseum.de 

 

 

 

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Das Schloss der „Stahlbarone“ - Villa Hügel

In England wusste man lange Zeit besser als im Ruhrgebiet, wie man guten Stahl herstellt. Und so reisten vor 200 Jahren viele Unternehmer dorthin um zu lernen. Auch der junge Alfred Krupp aus Essen machte sich auf den Weg. Er hatte mit nur 14 Jahren von seinem Vater eine Gussstahlfabrik geerbt, die zunächst nicht besonders gut lief.  Nach seiner Rückkehr erfand Krupp eine besondere Art von Radreifen für die Eisenbahn. Zu dieser Zeit wurden immer mehr Eisenbahnstrecken gebaut, und im Ruhrgebiet übernahmen Züge immer mehr den Transport. Für Krupp wurden die neuen Reifen daher der Schlüssel zu seinem Erfolg. Aber auch seine Kanonen machten ihn bekannt. Seine Firma wuchs schnell und war bald schon sieben Mal größer als die Essener Innenstadt, vor deren Toren sie lag.  Alfred Krupp ließ seiner Familie passend zur Fabrik ein Wohnhaus bauen, das so groß ist wie ein Palast: die Villa Hügel. Viele andere Firmenbesitzer bauten sich ähnliche prächtige Häuser. Doch keines wurde so bekannt. Sogar der Kaiser war in der Villa Hügel zu Gast. Alfred Krupp und seine Nachkommen nannte man „Stahlbarone“. Das beeindruckende Anwesen findet sich hoch über dem Baldeneysee und kann heute von jedermann besucht werden. Es gibt dort 269 Räume und einen Park so groß wie 30 Fußballfelder. Manchmal finden dort auch Ausstellungen und Konzerte statt, denn es gibt sogar eine eigene Orgel, und an den Wänden hängen bedeutende Kunstwerke. 

www.villahuegel.de 

 

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Vom Raseneisen zum Weltkonzern - St. Antony-Hütte

Eisen ist eigentlich gar nichts so Besonderes. Es findet sich auf der Erde an vielen Orten. Und wer genau hin-schaut, kann seinen rostigen Schimmer sogar an manchen Steinen entdecken, die irgendwo herumliegen. Zwischen Emscher und Ruhr hat man früher einiges von diesem sogenannten „Rasenerz“ gefunden.Schwierig wird es, wenn man daraus etwas machen möchte. Denn wie kommt man an das Eisen in diesen Steinen heran?Die Lösung: Man muss die Steine, das Erz, erhitzen. Solange bis das Eisen heraus fließen kann. Der erste Hochofen, wo dies im Ruhrgebiet passierte, stand einmal in Oberhausen und hieß „St. Antony-Hütte“.Hier wurden aus dem Eisen Töpfe und Pfannen gemacht, aber auch Maschinenteile und Kanonenkugeln.Aus der kleinen Hütte am Elpenbach wurde sogar eine große Firma: die Gutehoffnungshütte. Ihr gehörte zum Beispiel die riesige Fläche, auf der heute in Oberhausen das Einkaufszentrum CentrO., der Wasserzoo SeaLife und der bekannte Gasometer stehen.An der St. Antony-Hütte sieht man recht wenig davon. Es gibt aber das Wohnhaus des ersten Leiters der Hütte, der mit vielen Tricks seinen Betrieb zum Laufen brachte. Unter einem weiten Dach seht ihr außerdemnoch Reste der alten Öfen. Und es gibt einen Spielplatz mit einem Gerüst, auf dem ihr klettern könnt wie auf einem Hochofen.https://industriemuseum.lvr.de/de/die_museen/st__antony/st_antony_huette.html

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Vom Hüttenwerk zum Park für Entdecker - Landschaftspark Duisburg-Nord

„Das Christkind backt Plätzchen“, sagte man früher oft im Ruhrgebiet, wenn der Himmel rot leuchtete. Und er leuchtete ziemlich oft. Grund dafür war häufig heißes Metall, Eisen und Stahl, das glühend rot aus den Hochöfen kam und zur weiteren Verarbeitung in andere Fabriken gebracht wurde. Der Himmel darüber war weithin sichtbar davon erleuchtet - und das an vielen Orten im ganzen Ruhrgebiet. Denn so wie es einmal viele Zechen hier gab, so gab es auch viele Werke, in denen die Kohle dazu benutzt wurde, Eisen zu schmelzen. Und auch diese Anlagen waren riesengroß. Einen sehr guten Eindruck davon bekommt ihr in Duisburg im sogenannten Landschaftspark. Dieser Park war nämlich einmal einer der Orte, wo Stahl hergestellt wurde. Die Hochöfen, in denen das geschah, sind so hoch, dass ihr an ihnen hochsteigen und von oben einen großen Teil der Stadt sehen könnt. Ihr seht sogar Stahlwerke, in denen auch heute noch gearbeitet wird. Im Landschaftspark werden die alten Maschinen und Gebäude jetzt aber anders genutzt. Dort finden zum Beispiel Konzerte statt. Bergsteiger üben in den in den alten Kohlelagern das Klettern, und in einem alten Eisenlager darf man Skateboard fahren. Natürlich kann man auch ganz viel darüber erfahren, wie die große Anlage früher einmal gearbeitet hat. 

www.landschaftspark.de 

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Schwere Arbeit in der „Schwerindustrie“ - Zinkfabrik Altenberg

Vor knapp 200 Jahren sprach man in vielen Teilen Europas von dem, was hier im Ruhrgebiet geschah: In den Städten an der Ruhr wurde Kohle in großen Mengen gefördert, und riesige Fabriken entstanden, um Eisen zu verarbeiten. Viele Menschen wollten plötzlich hier her - die meisten davon einfach nur um Arbeit zu finden und ihre Familien zu ernähren. Andere kamen aber auch um reich zu werden. Es gibt zum Beispiel Zechen, die von Iren oder Holländern gegründet wurden, weil sie hofften, hier viel Geld verdienen zu können. In Oberhausen gibt es eine Fabrik, die von Belgiern gebaut worden ist. Hier wurde lange Zeit Zink verarbeitet, ein Metall. Die Arbeit in der Zinkfabrik Altenberg war schwer. Und weil die Maschinen lange Zeit nicht verbessert wurden, war sie auch sehr gefährlich für die Gesundheit. Allerdings kann man deshalb dort auch sehr gut sehen, wie mit schweren Maschinen gearbeitet wurde und was diese Maschinen hergestellt haben.  Die Hauptstelle direkt am Oberhausener Hauptbahnhof ist zwar geschlossen, weil die Ausstellung umgebaut wird. Aber es gibt einen Museumsbahnsteig mit alten Waggons, in denen einmal glühender Stahl von einem Werk zum anderen gefahren wurde. Über dem Eingang seht ihr außerdem einen großen Träger der Wuppertaler Schwebebahn. Und die Siedlung Eisenheim gehört auch zum Museum. Hier stehen die ältesten erhaltenen Häuser, die im Ruhrgebiet für zugezogene Arbeiter und ihre Familien gebaut worden sind.  

https://industriemuseum.lvr.de/de/die_museen/oberhausen/zinkfabrik_altenberg.html 

 

 

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Eine Stadt im Dienst der Kohle - Welterbe Zeche Zollverein

Sie wirkt wie eine eigene Stadt für sich und ist auch fast so groß. Es gibt alte Werkstätten, Förderbänder, Kühltürme, Hallen, eine riesengroße Kokerei - und natürlich das sehr bekannte Fördergerüst. Bis man das alles einmal gesehen hat, ist man ziemlich lange unterwegs. Tatsächlich war Zollverein einmal die größte Zeche der ganzen Welt. Hier ist alles so gebaut, dass von der Kohleförderung bis zum Abtransport alles möglichst reibungslos funktioniert hat. Ihr seht das sogar von außen. Es gibt keinen Schmuck, jedes Ding hat eine Aufgabe - wie in einer riesengroßen Maschine. Fast alle Teile dieser großen Kohlenmaschine sind heute noch zu sehen. Und weil das und die Art, wie Zollverein gebaut worden ist, so besonders sind, gilt die Zeche heute als „Welterbe“. Das heißt, sie ist besonders wertvoll und kann uns viel erzählen. Zum Glück gibt es spannende Führungen, die dabei helfen.

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Ein Besuch „unter Tage“ - Deutsches Bergbau-Museum

Es ratterte und rumpelte, war ziemlich windig und auch recht laut: Der Weg von den prächtigen Zechengebäuden „über Tage“ dorthin, wo die Kohle abgebaut wurde, war alles andere als bequem. Nicht selten ging es früher im Ruhrgebiet einen ganzen Kilometer weit nach unten. Und dann mussten die Bergleute oft noch mal ein ganzes Stück durch die riesigen Anlagen „unter Tage“ fahren, bis sie endlich an ihrem eigentlichen Arbeitsplatz waren.  1000 Meter - ganz so tief geht es im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum zwar nicht unter die Erde. Aber einen besseren Eindruck von einer echten Grubenfahrt bekommt ihr wohl nirgends sonst. Einmal unten angekommen lernt ihr Dingen kennen, mit denen früher die Bergleute tagtäglich zu tun hatten: Hammer und Bohrer, die mit mit der Zeit immer größer und stärker wurden, spezielle Lampen, und Fahrzeuge - und sogar Grubenpferde. Das alles und viel mehr lernt ihr bei Besuchen im Bergbau-Museum selbst kennen. Und obwohl die spannendsten Sachen unter der Erde liegen, könnt ihr das Museum eigentlich nicht übersehen. Das Fördergerüst, das heute weithin sichtbar darüber steht, galt nämlich einmal als das größte auf der ganzen Welt. 

www.bergbaumuseum.de 

 

 

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Im Takt der Maschinen - DASA Arbeitswelt-Ausstellung

Lange Jahre bestimmten Maschinen den Zeitplan im Ruhrgebiet. Sie durften niemals still stehen, deshalb wurde auch rund um die Uhr gearbeitet. Die sogenannten Schichten begannen frühmorgens, nachmittags und am Abend. Regelmäßig wurden die Schichten gewechselt. Für die Arbeiter war das sehr anstrengend und auch nicht gesund. Wie sehr Maschinen nicht nur unser Leben zu Hause, sondern auch die Arbeit der Erwachsenen bestimmen, das könnt ihr euch sehr gut in der DASA Arbeitswelt-Ausstellung in Dortmund anschauen. Staub, Hitze, Kälte, Lärm, Anstrengung - das alles könnt ihr hier in echt erfahren. Ihr lernt zum Beispiel, wie sich die Medien vom Buch zum Handy entwickelt haben und wie unterschiedlich sich damit arbeiten lässt. An riesigen Schalttafeln könnt ihr ein Kraftwerk steuern, das Strom erzeugt - und auch einen Notfall üben. Und wenn es um Arbeit geht, dürfen Baustellen natürlich nicht fehlen. Ihr blickt in Tunnelbaustellen und spürt die Kraft des Presslufthammers. Besonders belliebt ist „PC14R-2“, ein Minibagger mit erstaunlichen Fähigkeiten.

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Das Tor zur Haldenlandschaft - Zeche Ewald

Es gibt Orte auf der Welt, da findet man Kohle in Schichten, die so hoch sind wie Häuser. Nicht so im Ruhrgebiet. Die Kohleschichten, Flöze genannt, die man hier finden kann, sind meist nur ein, zwei Meter hoch. Und sie liegen auch noch tief unter der Erde. Kein Wunder, dass dabei viel „taubes Gestein“ gefördert wird. Das ist Stein, der keine Kohle enthält und nicht verwendet werden kann. Wohin damit? Im Ruhrgebiet finden sich zahlreiche Halden. Sie bestehen oft aus diesem „tauben Gestein“. Die größte Haldenlandschaft nennt sich Halde Hoheward. Sie ist über einhundert Meter hoch und bietet ein tollen Blicküber die ganze Stadtlandschaft zwischen Duisburg und Dormund. Eine Entdeckertour über dieses riesige Mittelgebirge aus Menschenhand beginnt ihr am besten im Besucherzentrum Hoheward auf Zeche Ewald. Der Eingang liegt fast unterhalb der drei Fördergerüste, die hier direkt nebeneinander stehen. Sie zeigen, wie sich die Technik im Laufe der Zeit verändert hat. Das älteste Fördergerüst in der Mitte, ein so genannter Malakoffturm, stammt noch aus den Anfängen des Bergbaus.

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Ein Kanal für den Kaiser - Schiffshebewerk Henrichenburg

Der Süden des Ruhrgebiets gab es die Ruhr und im Westen den Rhein. Nur im Norden und Osten kam man mit dem Schiff nicht weit. Das änderte sich, als ein Kanal gebaut wurde, der Dortmund mit der weit entfernten Nordsee verband. Er heißt Dortmund-Ems-Kanal und war ein wichtiger Weg für Kohlen und Eisenerz. Nur: Die Nordsee liegt 70 Meter tiefer als der Hafen in Dortmund. Es braucht daher 17 Schleusen, um die schweren Boote anzuheben oder zu senken - je nachdem, in welche Richtung sie fahren. Die größte dieser Schleuse steht zwischen Waltrop und Datteln bei Henrichenburg und sieht auch nach über einhundert Jahren noch sehr prachtvoll aus. Sogar ein Kaiser kam, um das riesige Bauwerk zu eröffnen. Es war nicht nur sehr wichtig für die Schiffe, sondern auch technisch zu jener Zeit etwas ganz Neues, auf das man sehr stolz war. Heute gibt es dort ein Museum mit funktionierenden Motoren und einem großem Wasserspielplatz.

 

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Licht in alten Gewölben - Lindenbrauerei Unna

Die Arbeit in den Zechen und Stahlwerken des Ruhrgebiets war früher hart, anstrengend und oftmals gefährlich. Gearbeitet wurde oft rund um die Uhr in sogenannten Schichten. Ein Bier gehörte für viele Arbeiter zu den kleinen Freuden nach einer harten Schicht.  Die Zahl der Brauereien, in denen Bier gebraut wurde, stieg daher im 19. Jahrhundert ähnlich schnell wie die Zahl der Fabriken. Und zu den ältesten Brauereien des Ruhrgebiets gehörte die Lindenbrauerei in Unna, die nach ihrer Stilllegung in großen Teilen erhalten geblieben ist. Außergewöhnlich sind die großen Kellergewölbe, in denen das Bier kühl blieb und gelagert wurde. Mittlerweile kann man dort feiern und sogar heiraten. Bekannt sind die Räume auch für das Zentrum für internationale Lichtkunst. Es ist die erste Einrichtung weltweit, in der Kunstwerke gezeigt werden, die fast nur aus Licht und Schatten bestehen. Bei eigenen Kinderführungen könnt ihr hier mit Licht und Farben experimentieren und selbst zum Lichtkünstler werden.

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Ein Turm voll Wasser - Aquarius Wassermuseum

Mal war zu wenig da, dann wieder zu viel, und oft war es verschmutzt. Wasser war im jungen, schnell wachsenden Ruhrgebiet vor rund hundertfünfzig Jahren ein riesiges Problem. Die Fabriken wurden immer mehr und immer größer und nutzen die Ruhr nicht nur zum Transport ihrer Waren. Um wenigstens für seine Firma genügend Wasser zu haben, baute August Thyssen, ein damals berühmter Fabrikbesitzer, einen Turm.  Er steht neben dem Styrumer Schloss in Mülheim und konnte in seiner Spitze 500 000 Liter Wasser speichern. So viel passen in 2500 Badewannen und das reichte für sein nahegelegenes Eisenwerk. Später wurden aber auch die Haushalte mehrerer Städte mit dem Wasser versorgt. Heute ist der Turm ein Museum. Man kann dort lernen, wie wichtig Wasser ist, wie Trinkwasser gewonnen wird und wie es zu uns zum heimischen Wasserhahn gelangt. Und von der obersten Ebene in 35 Metern Höhe hat man einen tollen Blick über den unteren Lauf der Ruhr.

 

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Der „Brotkorb des Ruhrgebiets“ - Innenhafen Duisburg

An Emscher und Ruhr war es nicht immer so voll wie heute. Es gab ein paar alte Städte: Duisburg, Essen und Dortmund, zum Beispiel. Aber dazwischen lagen Felder, Bauernhöfe und auch größere, kaum genutzte Heidelandschaften. Erst als die Kohle immer wichtiger wurde und immer mehr Zechen entstanden, kamen immer mehr Menschen ins Ruhrgebiet, um hier zu arbeiten. Sie alle brauchten etwas zu Essen. Am Duisburger Hafen ging dabei lange Zeit fast kein Weg vorbei. Hier wurde nicht nur die Kohle verschifft. Hier kamen auch Hölzer an, die man für den Bau der unterirdischen Stollen in den Zechen benötigte. Und hier wurde das Getreide gelagert für die immer größere Zahl der Arbeiter und ihre Familien. Der Duisburger Innenhafen wurde zum „Brotkorb des Ruhrgebiets“. 

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Viel Verkehr für „schwarzes Gold“ - Binnenschifffahrtsmuseum

Wer vor hundertfünfzig Jahren die Muße hatte, einen Spaziergang an der Ruhr zu machen, der hat vor allem eines gesehen: Schiffe, die voll beladen waren mit Kohle. So viele gab es davon, dass die Ruhr einer der am stärksten befahrenen Flüsse in ganz Europa war. Denn all das, was die schnell gewachsenen Zechen ans Tageslicht förderten, sollte ja auch schnell verkauft werden. Und der beste Weg dafür war lange Zeit - über das Wasser.  Mit der Strömung fuhren die „Ruhraaken“ genannten Kähne von Wetter aus an Essen, Kettwig und Mülheim vorbei bis zum Duisburger Hafen, der damals schon ein wichtiger Handelsplatz war. Der Weg flussaufwärts zurück zu den Zechen war wesentlich beschwerlicher. Die Segel halfen zwar dabei, aber die meiste Zeit wurden die Schiffe gezogen. Den sogenannten Leinpfad, auf dem die Pferdegespanne entlang trotteten, gibt es an vielen Stellen noch heute. Allerdings ist der Weg heute ein beliebtes Ausflugsziel für Radler und Spaziergänger. Auf dem Wasser fahren jetzt Kanus, Segelschiffe und ab und an ein Ausflugsboot. Und viel sauberer als früher ist die Ruhr auch.

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Maschinen machen Wolken - Kokerei Hansa

Früher gehörten sie zum Ruhrgebiet wie die Fördergerüste und die Bude an der Ecke: gewaltige Dampfwolken, die in den Himmel steigen. In gleichmäßigen Abständen quollen sie aus sonderbaren, meist ziemlich langen Maschinenreihen hervor. Hier wurde Kohle zu Koks gemacht.  Dafür wurde die Kohle aus den Zechen  in riesige Öfen geschoben und - gebacken! In großer Hitze lösen sich dabei all jene Bestandteile aus der Kohle, die man nicht braucht. Übrig bleibt Kohle, die viel reiner ist. Sie brennt heißer und kann sogar Eisen schmelzen. 1000 Grad heiß ist dieser sogenannte Koks. Und damit er außerhalb der Öfen nicht sofort verbrennt, wird er in Löschtürmen unter einem riesigen Wasserbad abgekühlt. Und was macht das Wasser, das sich dabei ganz schnell erhitzt? Es steigt als Wolke in den Himmel. Von diesen Fabriken mit ihren Öfen, man nennt sie Kokereien, gab es früher etliche im ganzen Ruhrgebiet. Viele Zechen hatten ihre eigene Kokerei direkt auf dem eigenen Gelände. Besonders gut erhalten ist die Kokerei Hansa in Dortmund mit ihrem 40 Meter hohen Löschturm.

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Mit Muskelkraft und Können - Freilichtmuseum Hagen

Die Zechen des Ruhrgebiets fördertern vor zweihundert Jahren Kohle in immer größeren Mengen. Sie legten damit die Grundlage für das, was man die industrielle Revolution nennt: Dampfmaschinen, Eisenbahnen, riesige Stahlwerke veränderten damals die Art und Weise, wie Dinge hergestellt wurden. Angetrieben wurde fast alles mit - Kohle. Das Freilichtmuseum in Hagen sieht gar nicht aus wie ein Fabrikgelände, sondern eher wie ein Dorf. Und doch gibt es dort sechzig Werkstätten zu besichtigen. In ihnen sieht und riecht und hört man, wie früher Dinge hergestellt wurden.

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Wie das Revier nach Norden wanderte - Zeche Nordstern

Entlang der Ruhr war es vergleichsweise einfach, an Kohle zu gelangen. Sie lag dort nicht besonders tief. Aber die Kohle, die man dort fand, eignete sich nicht, um daraus Koks zu machen. Koks ist so etwas wie gereinigte Kohle. Es brennt viel heißer, und vor rund 200 Jahren brauchte man plötzlich ganz viel davon.  Immer mehr sogenannte Hüttenwerke entstanden zu jener Zeit, in denen aus Eisen Stahl gemacht wurde, und deren Öfen wurden mit Koks angeheizt. Und Kohle, die man zu Koks machen, also „verkoken“ konnte,  fand sich im Ruhrgebiet weiter im Norden, Richtung Emscher. Dort kam man zwar schlechter an sie heran, weil sie viel tiefer lag. Dennoch ging die sogenannte Nordwanderung des Bergbaus erstaunlich schnell voran. Vor rund 150 Jahren grub man in der ersten Zeche nördlich der Emscher und nannte diese passenderweise: Nordstern. Mehr als hundert Jahre lang war sie in Betrieb. In dieser Zeit setzte sich die Nordwanderung aber immer weiter fort. Und als die letzte Kohle hier gefördert wurde, war Nordstern schon die südlichste Zeche auf dieser Seite des Rheins.

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Ein Schloss für die Kohle - Zeche Zollern

Ob da wohl mal ein König drin gewohnt hat? Es sieht schon sehr vornehm und herrschaftlich aus, was es da im Dortmunder Westen zu entdecken gibt. Zinnen ragen in den Himmel wie die kleinen Türmchen einer Burg. Der Innenhof könnte auch zu einem Palast gehören. Und die Fenster leuchten an manchen Stellen farbig wie in einer Kirche. Als Zeche Zollern vor 120 Jahren gebaut wurde, hatte die Suche nach Kohle bereits das ganze Ruhrgebiet verändert. Überall wurde das „schwarze Gold“, so nennt man den wertvollen Brennstoff auch, mittlerweile aus der Erde geholt. Die Zechen wurden immer größer und förderten immer mehr. Ihre Besitzer wurden reicher - und zeigten das auch. Neben den Schächten, die in die Tiefe gebohrt wurden, standen jetzt Lohnhallen und Waschkauen, die aussahen wie Schlösser. Zeche Zollern ist ein besonders schönes Beispiel dafür. Sogar die große Halle, in der die Maschinen für die Förderanlagen untergebracht sind, ist kunstvoll und aufwendig gestaltet. Achtet bei einem Besuch einmal auf die ungewöhnliche Eingangstür und die riesigen bunten Glasscheiben.

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Löcher im Berg - wie am Anfang nach Kohle gesucht wurde

Am Anfang gab es nur einfache Löcher auf dem Feld. Mit Hacke und Spaten holten sich die Bauern hier, was sie an Brennmaterial so brauchten. Denn zwischen Hattingen und Wetter südlich der Ruhr liegt die Kohle an manchen Stellen so nah unter der Erde, dass man sie fast nur aufzusammeln braucht. Das hat viele Jahrhunderte lang auch ausgereicht, um den Ofen anzufeuern, um Brot zu backen und die eigene Stube zu heizen.Mit der Zeit aber wuchs der Bedarf. Man nutzte sie auch für die Verarbeitung von Metallen, sie wurde in andere Regionen verkauft, und vor über zweihundert Jahren wurde die Dampfmaschine erfunden. Auch sie brauchte Kohle als Brennstoff.Die einfachen Löcher gaben dafür nicht genügend her. Um mehr Kohle zu beschaffen, fing man an, gerade Stollen in die Berge zu graben. So konnte man auch von unten und von der Seite an die Fundstellen gelangen. Die Lagerstätten der Kohle nennt man Flöze, und sie liegen im Ruhrgebiet oft sehr tief unter der Erde. Auch wenn sie nicht so aussieht: Für kurze Zeit war Zeche Nachtigall in Witten einmal die größte Zeche der Region. Hier beginnt heute ein Wanderweg, der zeigt, auf welchen Wegen die Menschen an die wichtige Kohle gelangt sind. Und wer sich traut, kann sogar in einen Stollen hineingehen und einmal selbst erfahren, wie sich ein „Bergmann“ fühlte.

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Warum man aus einer Zeche einen Elefanten macht

In Hamm, am Ostrand des Ruhrgebiets steht ein ganz merkwürdiger Elefant. Er kann nicht mit seinem Schwanz wedeln, und sein Rüssel kann auch nicht greifen. Dafür leuchtet nachts sein mächtiger Kopf. Und so groß wie ein echter Elefant ist er auch. Also eigentlich sogar noch viel größer.Denn früher einmal war der Elefant einfach ein Haus, eine sogenannte Kohlenwäsche. Kohle, die man tief aus der Erde geholt hat, wurde hier nach Größe und Verwendungszweck sortiert. Das war ein wichtiger Teil der früheren Zeche Maximilian. Zechen nennt man die Orte, in denen die Kohle ausgegraben wurden. Es gab von ihnen einmal viele Hundert im ganzen Ruhrgebiet. Und wenn man aufmerksam herum fährt, finden sich von ihnen und anderen großen Fabrikanlagen immer noch viele Reste.

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