Kunsthalle Recklinghausen
Das Bild zeigt die Kunsthalle Recklinghausen

Kunsthalle Recklinghausen: Absoluter Neubeginn nach „Stunde Null“

Vielleicht ist Euch die Kunsthalle Recklinghausen deshalb ein Begriff, weil dort Jahr für Jahr die begleitende Kunstausstellung der Ruhrfestspiele Recklinghausen zu sehen ist. Jedoch nicht nur räumlich sind das Theaterfestival und das Ausstellungshaus miteinander verbunden. Auch ihre Geschichten haben mit denselben Umständen, nämlich den Wirren des Zweiten Weltkrieges, zu tun. Kältegeplagte Theaterleute aus Hamburg tauschten im eisigen Winter des Jahres 1946/47 mit Bergleuten aus Recklinghausen „Kunst gegen Kohle“, während in den städtischen Sammlungen durch Zerstörung und nationalsozialistische Beschlagnahme moderner Kunst nach dem Ende des Krieges große Löcher in den städtischen Sammlungen klafften.

Alles auf Anfang für die Kunsthalle Recklinghausen im ehemaligen Hochbunker

Die Idee, den leerstehenden Hochbunker schräg gegenüber des Hauptbahnhofes in den Nachkriegsjahren für Ausstellungszwecke zu nutzen, war gleichermaßen provisorisch wie symbolträchtig. Aus dem Provisorium ist mittlerweile eine Institution geworden: Ausstellungen in der Kunsthalle Recklinghausen ergänzen seit 1947 die darstellenden Künste der Ruhrfestspiele jährlich um die bildende Kunst. Auch abseits des Theaterfestivals bestimmt das Ausstellungshaus das Kunstgeschehen der Stadt: Auf drei Etagen bekommt Ihr regelmäßig wechselnde Ausstellungen mit Nachkriegs- und Gegenwartskunst zu sehen. Ihr werdet beim Besuch der Kunsthalle Recklinghausen oft bemerken, wie eng ausgestellte Werke mit der Geschichte des Hauses verwoben sind.

Künstlergruppe „junger westen“ gründet sich in Recklinghausen

Franz Große-Perdekamp – in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg Leiter des heimatkundlichen Museums in Recklinghausen – setzte für das künstlerische Schaffen in der Region zu jener Zeit einen wichtigen Impuls. Bald sollte es neue und zukunftsweisende Kunst aus Deutschland zu sehen geben: Er schlug einer Gruppe junger Künstler aus der Umgebung vor, sich zusammenzuschließen. Im Zentrum des Zusammenschlusses, der sich fortan „junger westen“ nannte, standen Gustav Deppe und Thomas Grochowiak, Emil Schumacher, Hans Werdehausen und Ernst Hermanns.

Abstrakte, zeitgenössische und raumbezogene Kunst in der Kunsthalle Recklinghausen

Die abstrakte Kunst der Künstlergruppe „junger westen“ schaffte es beispiellos, das damalige Lebensgefühl des Industrieraums zum Ausdruck zu bringen. In Erinnerung an die Künstlergruppe wird in Recklinghausen seit 1948 alle zwei Jahre der Kunstpreis „junger westen“ an junge KünstlerInnen verliehen. Die Werke der Gewinnerinnen und Gewinner auszustellen, ist seit jeher eine Herzensangelegenheit der Kunsthalle Recklinghausen. Unabhängig davon widmet sie sich der Kunst nach 1945 und gattungsübergreifend zeitgenössischen Tendenzen. Dem gegenüber stehen die raumbezogenen Arbeiten von Künstlerinnen und Künstler von internationalem Rang wie Per Kirkeby, Jannis Kounellis, Tadashi Kawamata, Ayse Erkmen und Guillaume Bijl.

Wichtige Informationen im Überblick

Kunsthalle Recklinghausen
Große-Perdekamp-Straße 25-27
45657 Recklinghausen
Tel.: +49 2361 501935
E-Mail: info(at)kunst-re.de

Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen findet Ihr hier.

Die Kunsthalle Recklinghausen ist Mitglied der RuhrKunstMuseen.