Essen
Kunst, Kultur & Leben in Essen
Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 – Ein ganzes Jahr lang trägt Essen, stellvertretend für das gesamte Ruhrgebiet, diesen besonderen Titel.
Mehr als 150 Kulturprojekte bereichern über 365 Tage die bereits bestehende Kulturlandschaft der Stadt. Denn Stillstand kennt diese ehemalige Industrie-Metropole nicht: In den Zechen, Montagehallen und Fabrikgebäuden, wo Kumpel einst ihrem anstrengenden Tagesgeschäft nachgingen, wird der gelungene Wandlungsprozess der
vergangenen Jahrzehnte deutlich. Kohle und Stahl sind Ausstellungen, Musicals, Lesungen und Konzerten gewichen und diese verzaubern nun die Besucher aus Nah und Fern.
Einen Vorgeschmack auf die abwechslungsreichen und spannenden Veranstaltungen im Kulturhauptstadtjahr bot bereits das fulminante Eröffnungswochenende Anfang Januar auf dem Welterbe Zollverein. Weit mehr als 200.000 Besucher strömten an diesen zwei Tagen auf das Zechenareal und feierten gemeinsam den Auftakt des
Kulturhauptstadtjahrs. Herbert Grönemeyer setzte mit der Präsentation seiner Hymne „Komm zur Ruhr!“ einen musikalischen und medialen Höhepunkt.
Neben dem offiziellen Beginn der Kulturhauptstadt sorgten im Januar zwei weitere Wiedereröffnungen für deutschlandweites Interesse. Das Ruhr Museum und der Neubau des Museum Folkwang. Der Umzug des Ruhr Museums in die ehemalige Kohlenwäsche ist ein lebendiges Beispiel für das Bewerbungsmotto zur Kulturhauptstadt „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“. Seit Beginn des Jahres gibt die Dauerausstellung vor der beeindruckenden Kulisse des ehemaligen Förderturms einen Überblick über die Geschichte der Stadt und der Metropole Ruhr. Die neuen hellen Räume, konzipiert vom britischen Stararchitekten David Chipperfield, verleihen dem Neubau des Museum Folkwang sein unverwechselbares Flair und bilden einen ebenso großen touristischen Anziehungspunkt. In dem „Schönsten Museum der Welt“, so der Titel der aktuellen Ausstellung, kommen die Kunstwerke der vergangenen drei Jahrhunderte ebenso exzellent zur Geltung wie die Sammlung des Deutschen Plakatmuseums. Das Museum Folkwang ist zudem Teil des Projektes „RuhrKunstMuseen“, einer Kooperation von insgesamt 20 Museen der Metropole Ruhr.
Gleich zwei der großen renommierten Essener Spielstätten bilden in diesem Jahr den Austragungsort für zwei große
Kulturhauptstadtprojekte. Der Komponist Hans Werner Henze nutzt die überwältigende Akustik des Aalto-Theaters für Aufführungen seiner Oper „Elegie für junge Liebende“. Das Aalto-Theater im Essener Stadtgarten zählt zu den besten Opernhäusern Deutschlands. Vom mehrfach ausgezeichneten Grillo Theater startet im Frühjahr die „Odyssee Europa“. Frei nach der Sage des griechischen Dichters Homer präsentieren sechs Spielhäuser des Ruhrgebiets moderne Inszenierungen der Irrfahrt der Sagenfigur Odysseus.
Im Mai verdeutlicht ein Großprojekt auf sehr farbenfrohe Weise den
Strukturwandel der Region. Hunderte von riesigen gelben Ballons
schweben dann für neun Tage über ehemaligen Kohle- und
Zecheanlagen und lassen die Geschichte der Region sichtbar werden.
Auch über das Jahr 2010 hinaus werden Kunst, Kultur und Kreativität
die Stadt verändern, indem sie Innovationsprozesse antreiben und
Energien für weitere Wandlungsprozesse freilegen. Das bedeutet, dass
es immer wieder Neues in Essen zu entdecken gibt.













